Annahmestelle für Wertstoffe
Aus einem Ort der Entsorgung wird ein Ort neuer Möglichkeiten.
Für viele Dinge ist ein Wertstoffhof eine Art Endstation – der Ort, an dem sie ihr Ende finden. Doch viele Dinge, die dort ankommen, sind noch in einem guten oder gar neuwertigen Zustand. Sie sollten noch nicht recycelt oder verbrannt werden, da sie ihren Service noch immer leisten können – erst recht, wenn sie gemeinschaftlich genutzt werden, da sie dann vielen Leuten dienen können.
Nachdem Wertstoffhöfe Jahrzehnte lang den Charakter eines Friedhofs hatten, wagt einer von ihnen etwas Neues: Seit April 2026 beginnt hier, in Bochum, beim USB, auf der Zentraldeponie Kornharpen, für dort hintransportierte Dinge ein neuer Lebensabschnitt.
Auf dem Gelände der Zentraldeponie Kornharpen wurde eine neue Schnittstelle zwischen Entsorgung, Rettung, Reparatur, Wiederverwendung und gemeinschaftlicher Nutzung eingerichtet.
Wir sind sehr dankbar für diese Kooperation mit dem USB Bochum. Gemeinsam gehen wir neue Wege in der Kreislaufwirtschaft. Damit übernehmen wir eine Vorreiterrolle für Deutschland. Diese Zusammenarbeit ist etwas ganz besonderes und zeigt, wie wir durch Engagement neue Impulse setzen und damit eine nachhaltigere Zukunft schaffen können.
Entsorgung
Reparatur
Wiederverwertung
Rettung
Gemeinschaftliche Nutzung
Von April bis September 2026 haben wir
Dinge entgegengenommen.
Davon haben wir
Dinge inspiziert.
Von den inspizierten Dingen haben wir
Dinge gerettet.
Von den geretten Dingen waren
reparaturbedürftig.
Zweites Leben
Seitdem haben Besucher die Möglichkeit, ihre Dinge nicht wie eingeübt zu entsorgen, sondern uns am Wertstoffhof zur weiteren Nutzung zur Verfügung zu stellen. Sind die Produkte kaum oder gar nicht beschädigt, können sie auf diese Weise statt zu verschwinden, reanimiert und zurück ins Leben geschubst werden.
Die der bib der dinge überlassenen Produkte werden bei uns „auf Motor und Keilriemen“ geprüft und, wenn nötig, von unseren ehrenamtlichen Fachleuten repariert. Dann werden sie inventarisiert oder weitergegeben.
Dabei gilt immer: Auch wenn ein Gegenstand nicht mehr vollständig zu retten ist, kann er dennoch wertvoll sein. Wenn möglich, werden Einzelteile ausgebaut und als Ersatzteile für andere Reparaturen verwendet. Erst wenn gar keine sinnvolle weitere Nutzung mehr möglich ist, wird ein Gegenstand entsorgt. Dann landet er auf dem Friedhof der Dinge, aber eben erst Jahre später und in dieser Zeit mussten weniger neue seiner Art hergestellt werden. Das ist Kreislaufwirtschaft. Die ist effizient und Effizienz ist elegant. Und nicht zuletzt ist dieses Modell sozial und besser für unseren Heimatplaneten.
Container-Stars
Die Dinge, die vor ihrer vorschnellen Entsorgung gewahrt und für die weitere Nutzung aufbereitet wurden, bekommen den neuen Titel „Container-Stars“ verliehen. Sie erhalten einen Aufkleber und sind dadurch im Verleih als solche erkennbar. Der kleine Sticker erzählt dabei eine große Geschichte: „Ich sollte eigentlich weg. Jetzt werde ich wieder gebraucht“. Man kann sie leihen, entweder in der bib der dinge oder im Ausleihschrank Shelfie direkt an der Zentraldeponie.
Dieses Projekt zeigt, wie Kreislaufwirtschaft auch realisiert werden kann. Eine kleine Entscheidung macht hier den Unterschied: Nicht wegwerfen, sondern weitergeben.
Dieses Projekt zeigt, wie Kreislaufwirtschaft realisiert werden kann.
Eine kleine Entscheidung macht hier den Unterschied:
Nicht wegwerfen, sondern weitergeben.
Die Initierungsphase dieses Projektes wurde von der Deutschen Postcode Lotterie unterstützt. Dank dieser Förderung konnten wir einiges an Zeit in das Projekt investieren.
Dafür sagen wir: Danke!